Studienfahrt nach St. Tropez
Mit 37 Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 12 starteten Frau Eiden, Herr Valerius und Herr Lermen am späten Sonntagabend des 13. Junis mit einem Bus der Firma Metzen zur Kursfahrt an den Golf von St. Tropez.
Die Gruppe erreichte am frühen Nachmittag den Campingplatz Prairies de la mer in Port Grimaud, wo Schüler und Lehrer in komfortablen Mobilheimen untergebracht waren.
Der nahegelegene Ort Port Grimaud geht auf den Architekten François Spoerry zurück und erscheint als geplante Stadt dennoch in vielen Merkmalen im Stil eines südfranzösischen Fischerdorfs mit hohen Wehrmauern, Toren und Türmchen, die die vielen Brücken zu sichern scheinen. Die Brücken erinnern an Venedig, was dieser modernen Ferienanlage mit ihren Lagunen und den vielen am Kai vertäuten Booten den Namen „Klein Venedig" eingebracht hat.
Nach dem Rundgang durch den Ort und eine Diskussion über das Konzept der Anlage im Vergleich zu den Bettenburgen an vielen anderen Stränden endete der Tag mit dem gemeinschaftlichen Kochen in den Mobilheimen. Leider begann es in der ersten Nacht heftig zu regnen, so dass die am folgenden Morgen geplante Küstenwanderung verschoben werden musste. Dies bot aber die Gelegenheit St. Tropez mit seinem berühmten Hafen mit mondänen Yachten kennen zu lernen. Die Faszination die von der Prozession der Milizionäre mit ihren antiken Musketen ausging und das Flair des französischen Marktes wurden durch Blitz und Donner, heftigen Wind und starken Regen jäh unterbrochen.
Zurück in den Mobilheimen mussten wir feststellen, dass das Elektrizitätsnetz zusammengebrochen war. Eine Kommunikation über normale Telefone war ebenfalls nicht mehr möglich. In der Nacht verstärkte sich der Regen, so dass sich die Wege des Campingplatzes in Bäche verwandelten.
Dennoch konnten wir am folgenden Tag das normale Programm mit dem exotischen Garten in Monaco, dem berühmten Aquarium und Museum, sowie der mondänen Altstadt mit dem Grimaldipalast bei schönem Wetter erleben.
Das abendliche Kochen gestaltete sich bei romantischem Kerzenschein oder mit Taschenlampen unter leicht erschwerten Bedingungen, weil die Stromversorgung immer noch nicht funktionierte.
Am folgenden Donnerstag starteten wir dann bei herrlichem Wetter die Wanderung von Cap Camarat entlang der Felsenküste der Halbinsel von St. Tropez zum Strand von Ramatuelle.
Der Weg durch den Granit des Maurenmassivs führte durch Kork- und Steineichenwälder und die Küstengarrigue mit ihrer faszinierenden Fauna und Flora. Traumhafte, einsame Buchten luden zum Verweilen und Fotografieren ein. Die Wanderung endete am Strand von L´Escalet, der zu dem Bergdorf Ramatuelle gehört. Nach der verdienten Ruhepause brachte uns unser Bus nach Port Grimaud zurück.
Die leider etwas zu kurze Wanderung am Freitag in einem Tal des Maurenmassivs konnte beweisen, dass wenige Kilometer hinter der mondänen Küste der Côte d'Azur eine noch sehr ursprüngliche Fauna und Flora mit vielen geschützten Pflanzen und Tieren existiert. Leider hatte das Hochwasser ursprüngliche Lebensräume von Schlangen, Eidechsen und Schildkröten gestört, so dass wir lediglich einige Geckos und ein totes Exemplar der Perleidechse sehen konnten. Dennoch war die Vielfalt der Insekten und Blütenpflanzen außerordentlich.
Am Samstag konnten die Vermieter der Mobilheime sich über perfekt gereinigte Unterkünfte freuen, in denen sie alles so vorfanden, wie sie es den übergeben hatten. Sie waren voll des Lobes über den problemlosen Aufenthalt unserer Gruppe.
Nach einer langen Fahrt kamen alle wohlbehalten gegen 22:00 Uhr wieder in Wittlich an.
Werner Lermen



